Sehr gute Leistungen bei der Olympiade Bis zum Schluss vorne mitgemischt
Déjà-vu für Kim Kalicki
Weitaus besser als im Mono lief es für die Wiesbadenerin im Zweierbob Wettbewerb, den sie mit Talea Prepens (MSC Magdeburg) bestritt. Im Cortina Sliding Center eroberten die beiden im ersten Lauf den vierten Platz und gaben mit weiteren grundsoliden Leistungen diese Position nicht mehr ab. Es sah sogar mal ganz kurz so aus als könnten sie in den Dreikampf an der Spitze eingreifen aber letztendlich reichte es nicht für eine Platzverbesserung. Trotz durchgängig guter Startzeiten war es für allem der finale Lauf, in dem Kalicki voll auf Angriffsmodus geschaltet hatte und kleine Fehler in Kauf nehmen musste. Dennoch war die Pilotin von TuS Eintracht Wiesbaden nicht so enttäuscht wie nach dem 4. Platz bei der Olympiade in Peking. Beide konnten mit ihrem Abschneiden sehr zufrieden sein, war es doch während des Winters keineswegs sicher, dass es zu solch einem tollen Saisonende kommen würde. Am Ende des Tages sah auch Bundestrainer René Spieß eine sehr starke Leistung von den zweien.
Ihren Gold-Coup von Peking wiederholten Laura Nolte (BSC Winterberg) und Deborah Levi (SC Potsdam). Im zweiten Lauf übernahmen die beiden die Führung, hielten dem großen Erwartungsdruck stand und schaukelten den Sieg souverän nach Hause. Eine große Überraschung war hingegen der Silber-Platz für Lisa Buckwitz (BRC Thüringen) und Neele Schuten (TV Gladbeck). Buckwitz kann besonders stolz auf dieses Edelmetall sein ist sie doch die erste Deutsche die als Pilotin und Anschieberin eine olympische Medaille vorweisen kann. Bronze gewannen Kaillie Armbruster Humphries und Jasmine Jones (USA), die nach dem ersten Lauf geführt hatten.
Entscheidung fällt im letzten Lauf
Sehr spannend verlief im Viererbob das Rennen um den Bronze-Platz und involviert war das Team von Adam Ammour (Eintracht Frankfurt). Er war wieder mit dem Hessen-Vierer angetreten, der Issam Ammour, Joshua Tasche (beide Eintracht Frankfurt) und Alexander Schaller (BC Bad Feilnbach) umfasste. Wie schon im Zweier zeigte das Team eine starke Leistung, fuhr im zweiten Lauf Bestzeit und lag mit sehr guten Startzeiten nach dem dritten Durchgang auf dem dritten Platz. In der letzten Abfahrt legte sich der Schweizer Michael Vogt mit seinem Team, auf Rang 4 liegend, allerdings nochmals mächtig ins Zeug und setzte Ammour gehörig unter Druck. Da schlichen sich dann vom Start bis zur letzten Kurve kleine Fehler ein und so fiel das Quartett noch aus den Podestplätzen. Rang 4 mit 4/100 Rückstand auf die überglücklichen Schweizer war bitter und das Team war sichtlich enttäuscht. Ammour gestand selbstkritisch ein, dass sie nicht das gezeigt haben was sie eigentlich draufhaben und das wird natürlich bei solch einer Veranstaltung bestraft.
Ihre zweite Gold-Medaille in Cortina sicherten sich mit deutlichem Vorsprung Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) und Georg Fleischhauer (SC Potsdam), die Jörn Wenzel (BSC Sachsen Oberbärenburg) und Thorsten Margis (SV Halle) im Schlitten hatten. Für Lochner war das natürlich ein Traumende seiner aktiven Karriere. Für einen deutschen Doppelsieg sorgten Francesco Friedrich, Felix Straub (beide BSC Sachsen Oberbärenburg), Alexander Schüller (SV Halle) und Matthias Sommer (BSC Winterberg), die sich mit der Silber-Medaille schmücken dürfen.
Das muss ich erst einmal verdauen, dass unsere Hessen am Podestplatz vorbei geschrammt sind meinte eine daumendrückende HBSV Präsidentin Erica Fischbach, die als Augenzeugin vor Ort gewesen war, vor allem beim dramatischen Finale von Ammour konnte man Schnappatmung bekommen. Sie ist zu Recht stolz auf ein Ergebnis, dass vor wenigen Jahren noch völlig undenkbar gewesen wäre. „Auf diesem hervorragenden Leistungsstand werden wir aufbauen, schnaufen jetzt aber erst einmal tüchtig durch und nach der Regenerationsphase geht es voller Optimismus wieder in den Angriffsmodus.“






