Erfolgreicher Start ins neue Jahr Ammour mischt weiter vorne mit

Mit dem ersten Weltcup Sieg in das neue Jahr, Costa Laurenz (Bildmitte)    Bild: Lukas Gerke BSD
Mit dem ersten Weltcup Sieg in das neue Jahr, Costa Laurenz (Bildmitte) Bild: Lukas Gerke BSD

Auf dem Weg zur Olympiade begann das neue Jahr für die Bobsportlerinnen und Bobsportler in Winterberg. Der Weltcup-Kalender wies für Frauen und Männer das volle Programm aus. Bei teilweise sehr widrigen Wetterbedingungen mit Schneefall und Windböen spielte auch der Zufall eine kleine Rolle obwohl alle Rennen regulär zu Ende gebracht werden konnten.

Leichter Aufwärtstrend bei Kalicki

Die Wiesbadenerin ist gesundheitlich noch immer nicht ganz auf der Höhe, konnte allerdings gegenüber den Vorjahresrennen im Monobob eine Verbesserung erreichen. Nach mäßigen Startzeiten schaffte sie es auf den 11. Platz womit sie und Bundestrainer René Spieß, der ihr solide Fahrten mit kleinen Schwächen testierte, einigermaßen zufrieden waren. Beide sind guter Dinge, dass es nun weiter aufwärts geht.

Obwohl sie weder beim Start noch in den beiden Abfahrten glänzte gewann Laura Nolte (BSC Winterberg) auf ihrer Hausbahn mit einer zufriedenstellenden Leistung unterm Strich hoch verdient. Zweite wurde die Kanadierin Cynthia Appiah die sich mit dem zweiten Lauf um zwei Plätze verbessern konnte. Pechvogel des Tages war Lisa Buckwitz (BRC Thüringen) die nach Führung bei Halbzeit beim zweiten Start von einer Schneeböe überfallen wurde. Dadurch fabrizierte sie einen dicken Fehler in Kurve Null, verlor wertvolle Zeit und konnte sich gerade noch auf den dritten Rang retten. In Anbetracht der üblen Umstände war sie damit doch zufrieden.

Podestplatz 3 für Kim Kalicki

Im Zweierbob ging Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) nach dem letzten guten Ergebnis erneut mit Talea Prepens (MSC Magdeburg) in das Rennen. Nach einem passablen Start beendeten sie den ersten Lauf auf dem 3. Rang mit 29/100 Rückstand auf die Führenden Lisa Buckwitz/ Kira Lipperheide (TV Gladbeck). Da sich die Magdeburgerin im ersten Lauf verletzte sprang Leonie Fiebig (BSC Winterberg) in die Bresche. Mit identischer Startzeit und einem sehr guten Lauf sicherten die Zwei den Podestplatz vor den US-Amerikanerinnen Kaillie Armbruster Humphries/Sylvia Hoffman. An der Spitze vollzog sich das Gleiche wie am Tag zuvor. Zur großen Freude ihrer zahlreichen Fans an der Strecke schaffte es  Nolte erneut sich im zweiten Lauf an Buckwitz vorbei zu mogeln. Nach Tagesbestzeit konnte sie mit Deborah Levi (SC Potsdam) ihren zweiten Sieg in der Heimat feiern.

Ammour erneut auf Silber-Platz

Unter herausfordernden Wetterbedingungen ging Adam Ammour (Eintracht Frankfurt) mit Alexander Schaller (BC Bad Feilnbach) im Zweierbob an den Start. Beim ersten Lauf machten ihnen beim Anschub Wind und Schnee zu schaffen, die Startzeit war dementsprechend etwas mäßig, aber es reichte beim Zwischenstand zum 3. Platz. Umso günstiger verlief die zweite Abfahrt. Startbestzeit in diesem Lauf und das fahrerische Können von Ammour reichte aus, um auch Laufbestzeit zu erzielen. Nun hieß es abwarten was die beiden führenden Dous liefern. Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg)/ Alexander Schüller (SV Halle) hatten mit Schneeverwehungen am Start  im vorletzten Lauf des Tages richtig Pech. Dies und kleine Fahrfehler führten dazu, dass die Zwei auf den dritten Rang verwiesen wurden. Seinen 4. Saisonsieg feierte hingegen Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) mit Georg Fleischhauer (SC Potsdam). Bestzeit in Lauf 1 bescherte den beiden einen Vorsprung, der nicht mehr gefährdet wurde.  Fairerweise verwies Lochner darauf, dass sie schon ein bisschen mit den Wetterbedingungen Glück gehabt hatten. Obwohl sie nicht in die deutsche Phalanx einbrechen konnten erwiesen sich die US-Teams Kristopher Horn/Carsten Vissering als Asse am Start sowie Frank Del Duca/Joshua Williamson auf den Plätzen 4 und 5 mit schnellen Schlitten als ernst zu nehmende Gegner.

Costa Laurenz im Sieger-Vierer

Nur 6/100 trennten die drei Spitzenteams bei der Entscheidung im großen Schlitten. Nach dem tollen Abschneiden im Zweier bewies Ammour, dass er auch im Vierer immer näher an die „großen Zwei“ heranrückt. Neben Schaller hatte er seinen Bruder Issam und Joshua Tasche von der Frankfurter Eintracht in seinem Gefährt. Der Start im ersten Durchgang gelang dem Quartett noch nicht so gut und in der Fahrt gab es kleine Schwächen was zum 4. Platz bei Halbzeit führte jedoch mit Schlagdistanz zum Spitzenreiter Friedrich. Der

hatte mit Schüller, Matthias Sommer (BSC Winterberg) und Costa Laurenz (TuS Eintracht Wiesbaden) Bestzeit erzielt und lag vor Lochner. 

Im zweiten Lauf holte Ammour mit seiner Crew zum ganz großen Coup aus. Mit Start- und Laufbestzeit forderte er die vor ihm liegenden Teams heraus. Erstes Opfer war die Mannschaft des Briten Brad Hall, der so langsam zu seiner tollen Form der letzten Saison zurückfindet. Dieses Mal aber dem Frankfurter nicht gewachsen war und von Rang 3 auf den 4. Platz zurückfiel. Lochner machte es mit Fleischhauer, Oliver Peschk (SC Potsdam) und Jörn Wenzel (BSC Sachsen Oberbärenburg) sehr spannend und konnte  5/100 Vorsprung ins Ziel retten. Friedrich zehrte ebenfalls von seinem Vorsprung, der von Kurve zu Kurve schmolz. Äußerst knapp mit 2/100 lag er bei seinem zehnten Sieg in Winterberg vor Lochner und bescherte dem glücklichen Laurenz den ersten Weltcup-Sieg.

HBSV Präsidentin Erica Fischbach ist nach diesem Auftakt nach Maß sehr zufrieden mit der Performance der hessischen Athleten. Adam Ammour etabliere sich mehr und mehr in der Spitze und sein Bruder Issam sowie Joshua Tasche nutzen ihre Chancen mit Erfolg. Dass Costa Laurenz sich nun Weltcup-Sieger nennen kann ist ein persönliches High light für den Wiesbadener. Kim Kalicki komme auch immer besser in Schwung und hat hoffentlich bald ihre gesundheitlichen Probleme endgültig überwunden.

Klaus-Dieter Neumann
Verantwortlich für diesen Inhalt: Hessischer Bob- und Schlittensportverband e.V.


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