Inselrhein Ministerium gibt Hausaufgaben!

Bild: IG Inselrhein
Bild: IG Inselrhein

Ingelheim.- Was wir bereits am 8. Mai aus gut unterrichteter Stelle mitteilten, wird heute (12.05.) mit einem Mail aus dem Bundesverkehrsministerium bestätigt: „… das Verfahren für die ‚Fünfte Verordnung zur Änderung der Naturschutzgebietsbefahrensverordnung‘ (wird) zunächst nicht weiterverfolgt …“  Damit können Ilmen und Fulder Aue in den Sommermonaten weiter mit Booten befahren werden.

Hintergrund sei – so die Verantwortliche im Bundesverkehrsministerium, Dr. Petra Nethövel-Kahlstede – dass entscheidende Punkte für die beantragte Änderungen noch immer offen seien: „Zum einen müssen landesseits die avifaunistischen Datengrundlagen verbessert werden, an denen wiederholt Zweifel geäußert worden waren. Zum anderen hat sich gezeigt, dass eine naturschutzfachliche Gesamtbetrachtung für den ganzen Inselrhein erforderlich ist, die von den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen gemeinsam zu erstellen wäre.“  – Die Hausaufgaben sind aufgegeben!

Kommentar:

Danke Bundesbeamte! Als Interessengemeinschaft Inselrhein begrüßen wir die Entscheidung für ein länderübergreifendes Gesamtkonzept mit eindeutiger Datenbasis. Was haben wir dafür schon unbezahlt ehrenamtlich Stunden um Stunden, Tage um Tage gekämpft. Und wie oft schien es, dass uns durch vehement und pathetisch, aber ziemlich beweisfrei vorgetragene Argumente von Vogelschützern unsere Wassersport- und Naherholungsgewässer genommen werden würden.

Vielleicht spielte bei der Entscheidung ja auch eine Rolle, dass sich eine Bundesbehörde nicht von (einer!) Landesbehörde in die Suppe (oder in den Rhein) spucken lassen will.

In dem Zusammenhang fällt auch auf, dass es auf der rheinlandpfälzischen Seite im Oberrhein viele offene Stillgewässer mit Wassersport-Einschränkungen gibt (beispielsweise nicht über Nacht vor Anker zu liegen), die so auf hessischer oder baden-württembergischer Seite nicht bestehen.

Egal. Wichtig ist nur, dass hier unser gemeinsamer links- wie rechtsrheinischer Widerstand über alle Wassersportarten hinweg (die einander auch nicht immer mögen) zum Erfolg geführt hat, das Verfahren nun auf sichere Grundlagen zu stellen. Vogel- und Naturschutz haben eine gewaltige emotionale Lobby. Wir nicht. Umso mehr freut es uns, dass nun auch unsere Interessen berücksichtigt worden sind. Auch wir als Menschen und Wassersportler sind ja Teil der Natur im Inselrhein.

Claus von Kutzschenbach, Pressesprecher Interessengemeinschaft Inselrhein e.V
Verantwortlich für diesen Inhalt: Hessischer Seglerverband e.V.


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