Überraschungen im Engadin Meisterehren für Adam Ammour
Im Monobob im Weltcup-Mittelfeld
Kim Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) konnte auch in diesem Rennen ihre Schwächen beim Start nicht kaschieren und war da nur 18. von 25 Starterinnen. In der Abfahrt allerdings bewies sie ihr fahrerisches Können und beendete den ersten Durchgang auf dem 7. Platz. Diese gute Leistung konnte sie im zweiten Lauf leider nicht wiederholen, produzierte kleine Fehler und fiel im Endresultat auf den 12. Rang zurück. Dies war gleichbedeutend mit dem Platz 7 bei der Europa-Meisterschaft.
Auch die beiden anderen Damen des deutschen Verbandes wussten an diesem Tag nicht zu überzeugen. Laura Nolte (BSC Winterberg) hatte mit Lospech eine frühe Startnummer gezogen, mit den da noch schwierigen Bahnverhältnissen zu kämpften und fand sich nach dem ersten Durchgang auf dem ungewohnten 11. Platz wieder. Im zweiten Lauf zeigte sie nach einem starken Start in ganz anderes Gesicht und verbesserte sich auf den 6. Platz. Dies bedeutete als kleiner Trost den 3. Podestplatz bei der Europa-Meisterschaft. Ganz anders lief es bei Lisa Buckwitz (BRC Thüringen) die zwei Mal neuen Startrekord erzielte und bei Halbzeit aussichtsreich auf dem 2. Platz lag. Dann aber patzte sie in der zweiten Fuhre, verlor mit Bandenkontakt im Horseshoe erheblich an Tempo und fand sich in der Endabrechnung auf dem 7. Rang wieder. Mit dem 4. Platz war damit auch eine Podest Platzierung bei der Europa-Meisterschaft futsch.
Gewonnen wurde das Rennen von der Australierin Breeana Walker, die zwei Mal Laufbestzeit in die Eisrinne zauberte und sich mehr und mehr zu einer Mitfavoritin für die olympischen Spiele mausert. Zweite wurde Melanie Hasler, die sich damit als erste Schweizerin über den Europameister-Titel freuen durfte.
Durchwachsener Tag für Ammour
Dass die Trauben in dem anspruchsvollen Eiskanal recht hoch hängen musste Adam Ammour (Eintracht Frankfurt) mit seinem Anschieber Benedikt Hertel (BRC Thüringen) leidvoll zur Kenntnis nehmen. Schon die Starts hatten nicht so gut hingehauen. Auch war es Ammour nicht wirklich gelungen sich die jedes Jahr etwas andere Bahn zu erarbeiten und die Ideallinie zu finden. Nach dem ersten Lauf lag das Dou auf dem 6. Platz und daran änderte sich auch in der Endabrechnung nichts mehr. Was in der Europa-Meisterschaft Platz 5 bedeutete.
Einsam an der Spitze zogen Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude)/ Georg Fleischhauer (SC Potsdam) ihre Kreise. Start- und Laufbestzeit führten nach dem ersten Durchgang zu einem komfortablen Vorsprung von 43/100 und da sie diese Leistung in der zweiten Abfahrt bestätigten gab es an ihrem souveränen Sieg und dem Europameister - Titel nichts zu deuteln. Da hatten auch Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg), der sich einen Patzer beim zweiten Start erlaubte, und Alexander Schüller (SV Halle) nichts zu bestellen und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Den dritten Platz erkämpften Brad Hill/Taylor Lawrence (Groß-Britannien) die immer besser in Form kommen.
Konkurrentinnen rücken näher
Ein Wimpernschlagfinale gab es im Zweierbob der Frauen, denn die ersten Drei lagen nur 3/100 auseinander. Bei diesem Dreikampf konnte Kim Kalicki, die erneut mit Talea Prepens (MSC Magdeburg) angetreten war, nicht ganz mitmischen obwohl sie eine sehr gute Leistung bot. Trotz der in St. Moritz nichts Gutes verheißenden Startnummer 3 belegte sie nach dem ersten Durchgang den 5. Platz. Noch deutlich besser war Lauf 2 mit dem sie sich um einen Platz verbessern konnte. Dies bedeutete bei der „Race in Race“ ausgetragenen Europa-Meisterschaft den 3. Podestplatz womit beide und auch Bundestrainer René Spieß sehr zufrieden waren. Mit Start- und Laufbestzeit im zweiten Durchgang wirbelten Laura Nolte und Leonie Kluwig (SC Potsdam) die Reihenfolge ordentlich durcheinander und katapultierten sich vom 6 auf den 3. Platz im Weltcup-Rennen und den Silber Rang bei der EM. Lediglich 2/100 fehlten zu den neuen Titelträgern Melanie Hasler und Nadja Pasternack aus der Schweiz. Obwohl sie sich den Spaß nicht nehmen ließen werden Lisa Buckwitz und Kyra Lipperheide (TV Gladbeck) den Tag in wenig guter Erinnerung behalten. Bei Halbzeit lagen die Zwei noch mit 16/100 an der Spitze. Bei der zweiten Abfahrt ging das Visier von Buckwitz im Horseshoe auf und sie musste den Rest der Strecke quasi im Blindflug zurücklegen. Mit der 10-besten Zeit im zweiten Lauf rutschen sie daher auf den fünften Rang zurück. Gewonnen wurde der Weltcup Wettbewerb von der sehr erfahrenen Kaillie Armbruster Humphries mit Anschieberin Jasmine Jones aus den USA, die damit einen weiteren Warnschuss für die deutschen Teams abfeuerten.
Paukenschlag durch Ammour Vierer
Was sich seit einiger Zeit angedeutet hatte ist nun in St. Moritz Realität geworden. Adam Ammour ist an Tagen an denen alles passt, in der Lage auch die beiden Altmeister Lochner und Friedrich zu schlagen. Ein solcher Tag war nun gekommen als Ammour mit seinem Bruder Issam und Joshua Tasche (beide Eintracht Frankfurt) sowie Alexander Schaller (BC Bad Feilnbach) schon im ersten Lauf aufhorchen ließ und nur hauchdünn zurück auf den 2. Platz finishte. Im zweiten Lauf griff er mit seiner Crew tief in die Trickkiste und schummelte sich im entscheidenden Durchgang an dem führenden Quartett von Lochner vorbei. 7/100 betrug sein Vorsprung am Ende nach guten Starts und sehr sauberen Fahrten. Neben dem dicken Lob von Bundestrainer Spieß waren der erste Weltcup Sieg im großen Schlitten und der Titel als Europameister der verdiente Lohn. Auch der geschlagene Lochner zollte dem Gewinner großen Respekt. Er und seine Anschieber Thorsten Margis (SV Halle), Jörn Wenzel (BSC Sachsen Oberbärenburg) und Fleischhauer waren zufrieden und wissen, dass sie bei den Starts noch ein bisschen nachbessern müssen.
Ein gebrauchtes Wochenende war es hingegen für Friedrich. Er hatte sich beim Anlauf im ersten Lauf vertan, seine Teammitglieder Matthias Sommer (BSC Winterberg), Schüller und Felix Straub (BSC Sachsen Oberbärenburg) kamen daher nicht schnell genug in den Schlitten und zu allem Überfluss ließ sich der Startbügel nicht gleich einklappen. Mehr als Rang 14 war trotz Startbestzeit mit diesem Malheur nicht drin. Im zweiten Durchgang bewies er dann, dass es viel besser geht, ließ mit einer furiosen Fuhre noch etliche Gegner hinter sich und beendete das Rennen auf Platz 6.
„Wouw, wie krass ist das denn“ kommentierte HBSV Präsidentin Erica Fischbach strahlend, „damit hat er unsere Erwartungen total übertroffen“. Mit diesem Erfolg habe er alles in den Schatten gestellt und das Schönste ist, dass neben Schaller auch sein Bruder Issam und Tasche als Aktive der Frankfurter Eintracht diesen überraschenden Sieg ermöglicht haben






