Herausragender Erfolg bei der WM Laufende Scheibe Gold und Silber für Daniela Vogelbacher

 Daniela Vogelbacher gewann in Tallinn sensationell die Goldmedaille im Laufende
Daniela Vogelbacher gewann in Tallinn sensationell die Goldmedaille im Laufende Scheibe 10m Mix. Bild: Deutscher Schützenbund

Ein historischer Erfolg für den Hessischen Schützenverband: Bei den Weltmeisterschaften der Disziplin Laufende Scheibe im estnischen Tallinn (20. bis 26. Juli 2026) überzeugten die hessischen Athleten auf ganzer Linie. Allen voran Daniela Vogelbacher (SV Großenlüder), die mit dem Weltmeistertitel im 10-Meter-Mixed-Wettbewerb sowie zwei Vizeweltmeistertiteln zur überragenden Schützin der Titelkämpfe avancierte. Kris Großheim (TuS Schwanheim) komplettierte das starke hessische Abschneiden mit herausragenden Platzierungen direkt hinter der absoluten Weltspitze.

Der goldene Auftakt: Daniela Vogelbacher sichert sich den Weltmeistertitel

Besser hätte die Weltmeisterschaft im estnischen Tallinn aus hessischer und deutscher Sicht nicht beginnen können. Bereits am ersten Wettkampftag sorgte Daniela Vogelbacher vom SV Großenlüder für den absoluten Höhepunkt des Turniers. Im hochspannenden und gewohnt nervenaufreibenden 10m-Mixed-Wettbewerb der Damen zeigte die Hessin eine überragende und fokussierte Vorstellung. Mit einer beeindruckenden Serie und einem Gesamtergebnis von 374 Ringen sicherte sie sich souverän mit drei Ringen Vorsprung die Goldmedaille.

Vogelbacher verwies dabei die stark einzuschätzende Ida Julianna Heikkilä aus Finnland sowie die ukrainische Spitzenschützin Halina Avramenko auf die Plätze zwei und drei. Es war der wohl größte Triumph in der sportlichen Laufbahn der Hessin, deren bisherige Höhepunkte auf WM-Ebene zwei vierte Plätze aus den Jahren 2008 und 2014 waren. Entsprechend überschwänglich und emotional fiel die Reaktion nach dem Wettkampf aus.

„Dass mein Ergebnis tatsächlich Gold bringt, hätte ich vorher nicht gedacht. Ich habe während des Wettkampfes zu keinem Zeitpunkt an Gold gedacht. Ich hatte die leise Hoffnung, dass es für eine Medaille reicht. Als ich meinen zweiten Durchgang beendet hatte, hat mein Team mir schon mitgeteilt, dass ich mindestens Zweite bin. Darüber habe ich mich schon sehr gefreut, umso mehr natürlich nochmals, als es am Ende Gold war. Diese Medaille bedeutet mir viel, es ist einfach Wahnsinn. Ich konnte es zunächst gar nicht begreifen und bin sehr stolz auf diese Leistung“, zeigte sich die frischgebackene Weltmeisterin überwältigt.

Einen ausdrücklichen Dank richtete Vogelbacher zudem an den Trainer der Nationalmannschaft, Thomas Pfeffer, der maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt war: „Einen großen Anteil daran hat natürlich auch unser Trainer Thomas Pfeffer, der immer an uns glaubt und uns – Kris Großheim und mir – auch durchaus Medaillenchancen ausgerechnet hat.“

Der Medaillenregen geht weiter: Zwei Vizeweltmeistertitel auf 50 Meter

Dass die Goldmedaille keineswegs ein Zufallsprodukt war, bewies Daniela Vogelbacher im weiteren Verlauf der Weltmeisterschaft auf der 50-Meter-Distanz. In beiden Damen-Disziplinen unterstrich sie ihre herausragende Form und belohnte sich mit zwei weiteren WM-Medaillen.

Im regulären 50-Meter-Wettbewerb erzielte Vogelbacher 575 Ringe und musste sich lediglich der überragenden Finnin Ida Julianna Heikkilä (584 Ringe) geschlagen geben. Die Silbermedaille war der verdiente Lohn für einen erstklassigen Durchgang. Auch im anschließenden 50m-Mixed-Wettbewerb wiederholte sich dieses hochklassige Duell: Vogelbacher erkämpfte mit 379 Ringen erneut die Silbermedaille und reihte sich damit direkt hinter Heikkilä ein, die mit 588 Ringen Gold holte. Mit einmal Gold und zweimal Silber im Einzel glänzt die Bilanz von Daniela Vogelbacher so stark wie nie zuvor. Im klassischen 10-Meter-Einzelwettbewerb rundete sie ihre persönliche WM mit einem guten 9. Platz (559 Ringe) ab.

Kris Großheim bärenstark: Im Shoot-Off nur hauchdünn an Bronze vorbei

Auch bei den Herren vertrat Kris Großheim von der TuS Schwanheim die hessischen Farben mit exzellenten Leistungen im internationalen Spitzenfeld. Bereits am ersten Tag deutete Großheim im 10m-Mixed-Wettbewerb sein großes Potenzial an. Mit 376 Ringen zeigte er eine präzise Vorstellung und schrammte an den Medaillenrängen vorbei. In einem dicht gestaffelten Starterfeld belegte er am Ende den hervorragenden 6. Platz.

Das dramatischste Kapitel der WM schrieb der Schwanheimer dann auf der 50-Meter-Distanz. Im 50-Meter-Einzelwettbewerb der Herren erwischte Großheim einen Sahnetag und schoss sich mit großartigen 582 Ringen ringgleich mit dem Finnen Aaro Juhani Vuorimaa auf den dritten Platz. Ein dramatisches Stechen (Shoot-Off) musste über den Gewinn der Bronzemedaille entscheiden. In diesem Nervenspiel unterlag der Hesse denkbar knapp mit 17:19 und belegte somit den undankbaren, aber sportlich herausragenden 4. Platz. Ergänzt wurden seine starken Ergebnisse durch den 9. Platz im 50m-Mixed-Wettbewerb (384 Ringe) sowie den 16. Platz im 10m-Einzelwettbewerb (554 Ringe).

Knappes Verpassen des Podests im Team und Nachwuchshoffnung Bober

Gute Chancen auf eine weitere Medaille bestanden zudem im gemischten Team-Wettbewerb. Daniela Vogelbacher und Kris Großheim qualifizierten sich durch starke Vorkampfleistungen souverän für das Bronze-Finale. In einem intensiven Duell um Platz drei mussten sie sich jedoch dem eingespielten Duo aus der Ukraine mit 2:6 geschlagen geben und beendeten den Team-Wettkampf auf dem 4. Platz.

Komplettiert wurde die deutsche Mannschaft in Tallinn durch den Juniorenschützen Elias Bober, der wertvolle internationale Erfahrungen sammelte und sein Talent eindrucksvoll unter Beweis stellte. Im 50-Meter-Wettbewerb der Junioren verpasste Bober die Bronzemedaille mit 541 Ringen als Vierter um nur 13 Ringe denkbar knapp. Im 50m-Mixed-Wettbewerb belegte er Rang 7 (322 Ringe), während er im 10m-Mixed-Wettbewerb auf Platz 9 (343 Ringe) und im 10m-Einzel auf Rang 12 (512 Ringe) kam.

Der Hessische Schützenverband gratuliert Daniela Vogelbacher und Kris Großheim ganz herzlich zu diesen herausragenden sportlichen Leistungen und vertritt mit Stolz Schützinnen und Schützen, die Hessen so eindrucksvoll auf der Weltbühne repräsentieren.

Lutz Berger
Verantwortlich für diesen Inhalt: Hessischer Schützenverband e.V.


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