75 Jahre Hessischer Schützenverband Ein glanzvoller Auftakt ins Jubiläumsjahr

Informationsveranstaltungen: Zukunft im Blick und klare Kante gegen Extremismus
Bereits am Vormittag herrschte im Landesleistungszentrum reges Treiben. Die Bezirksschützenmeister sowie die Mitglieder des Präsidiums kamen zusammen, um wesentliche Weichen für das kommende Verbandsjahr zu stellen. Im Fokus stand dabei die Vorbereitung der Delegiertenversammlung, die im April im Rahmen des Hessischen Schützentages stattfinden wird.
Prävention als Verbandsschwerpunkt
Ein besonderes Augenmerk lag auf der gesellschaftlichen Verantwortung des Schützenwesens. Angelika Riebler von der Hessischen Sportjugend gab in einem Impulsvortrag wertvolle Einblicke in die Erkennung und den Umgang mit extremistischen Tendenzen. Der Vortrag unterstrich das Ziel des HSV, ein sicheres und demokratisches Umfeld für alle aktuellen und potenziellen Mitglieder zu gewährleisten. Die Teilnehmer diskutierten intensiv über Strategien, wie man Extremismus proaktiv begegnen und die Vereinslandschaft als Ort des sportlichen Miteinanders schätzen kann.
Landeskönigsschießen: Präzision und Generationenvielfalt am Stand
Der Nachmittag gehörte dem sportlichen Herzstück des Tages. Die Schützenkönige und -königinnen der 27 hessischen Schützenbezirke traten an, um die höchste Ehre des Verbandes auszuschießen: die Titel des Landesschützenkönigs und des Landesjugendschützenkönigs.
Ein Wettkampf für Jung und Alt
Das Starterfeld bot ein beeindruckendes Bild der Generationenverbindung innerhalb des HSV: Die Altersspanne der Aktiven reichte von 11 bis 77 Jahre. In zwei Durchgängen – zunächst die Jugend (Jahrgang 2006 und jünger), dann die Erwachsenen – wurden mit dem Luftgewehr oder der Luftpistole jeweils 20 Schuss auf die Zehn-Meter-Distanz abgegeben.
Vizepräsident Thomas Scholl begrüßte die Teilnehmer einzeln, während Martin Althaus als Schießleiter gewohnt souverän für einen reibungslosen Ablauf sorgte. Wie es die Tradition verlangt, entschied nicht die Ringzahl, sondern der beste „Teiler“ – also der Schuss, der dem Zentrum der Scheibe am nächsten kam.
Talente und Routiniers
Besonderes Augenmerk lag auf der elfjährigen Simranjit Kaur Lakhwinder (SV Hubertus 1973 Ober-Wöllstadt), der jüngsten Teilnehmerin des Tages. Die Luftpistolenschützin, die erst vor einem halben Jahr mit einer Sondergenehmigung startete, zeigte sich begeistert: „Es war sehr aufregend, hat aber richtig viel Spaß gemacht.“ Auf der anderen Seite bewies Mona Muth (Bezirk 30 Main-Kinzig) Beständigkeit: Sie vertrat ihren Bezirk bereits zum fünften Mal als Jugendkönigin.
Die Spannung bleibt jedoch erhalten: Wer die neuen Majestäten sind, wird erst am 11. April beim Hessischen Schützenball offiziell verkündet.
Jahresempfang 2026: Ein Fest der Gemeinschaft und des Dialogs
Den krönenden Abschluss bildete der Jahresempfang in der festlich dekorierten Halle des Landesleistungszentrums. Präsidentin Tanja Frank begrüßte rund 100 Gäste aus Sport, Politik und den Vereinen.
Innovation und Modernisierung
In ihrer Ansprache skizzierte Frank die Zukunft des HSV: Der Verband wird digitaler, um Prozesse effizienter zu gestalten. Parallel dazu nehmen die Planungen für die Sanierung und Modernisierung des Landesleistungszentrums Gestalt an. Ein zentrales Anliegen blieb das Projekt „Schützen im Dialog“, das Vereine in der Demokratieförderung stärken soll.
Anerkennung aus der Politik
Nach der Begrüßung durch die Präsidentin hielten vier Ehrengäste ihre Grußworte und unterstrichen damit die Bedeutung der Schützen für das zivilgesellschaftliche Leben in Hessen.
Der Darmstädter Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt überbrachte die Grüße der Hessischen Landesregierung. Dabei dankte dem Verband und den hessischen Schützenvereinen für den Einsatz im zivilgesellschaftlichen Leben und lobte den Einsatz des Verbandes für Extremismusprävention und die Demokratieförderung.
In die gleiche Kerbe schlug auch Oliver Ullothder sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im hessischen Landtag. Er berichtete von seinem Besuch beim Jedermann-Schießen der Schützenvereins Hegelsberg-Vellmar in seinem nordhessischen Wahlkreis. Dort habe er die die gesellige und verbindende Kraft des Sportschießens erlebt, bei dem die Bürger in friedlichem Wettstreit zusammenkämen.
Die .Grüße des Landessportbundes Hessen (lsb h) überbrachte Annika Mehlhorn die Vizepräsidentin Leistungssport des lsb h. Sie kündigte an, dass das Land Hessen erhebliche Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes für die Sportinfrastruktur zur Verfügung stellen wird. Entsprechend rief sie die Vereine auf, diese Chancen aktiv zu nutzen und die Zukunft des Sports in Hessen aktiv mitzugestalten.
Das Grußwort der Landesschützenverbände sprach Maik Hollmann, der Präsident des Westfälischen Schützenbundes. Erfreute betonte die Bedeutung solcher Treffen für die gute Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den Landesverbänden und freute sich auf gute Gespräche an diesem Abend.
Als weitere Ehrengäste waren außerdem die Stadtverordnetenvorsteherin von Frankfurt Hilime Arslanfer und die Stadträtin Ina Hauck sowie vom Sportamt der Stadt Frankfurt Anne-Katrin Uhor beim Jahresempfang anwesend.
Ehrungen und Förderung des Nachwuchses
Ein emotionaler Höhepunkt war die Ehrung von rund zwanzig Top-Athleten, die den HSV im Jahr 2025 bei Welt- und Europameisterschaften erfolgreich vertreten hatten. Hier wurden die folgenden Athleten geehrt: Jürgen Lippek (3D-Bogen), Bernhard Kreps (Feldarmbrust), Reiner Holla (Vorderlader), Katrin Grabowski (Gewehr), Annabella Hettmer, Flinte), Vladislav Poddubskiy (Flinte), Estelle Moscatelli (Bogen), Jara Maiwald (Bogen), Sarah Flach (Gewehr), Jürgen Kerl (Vorderlader), Florian Peter (Pistole), Lea Ruppel (Gewehr), Svenja Berge (Pistole) und Oliver Geis (Pistole)
Sportgeräte für Vereine
Zudem wurde die Kampagne #Jugendtrifft fortgesetzt. HSV-Jugendleiter Stefan Rinke übergab eine moderne Walther-Luftpistole an den SV Spachbrücken und einen Win&Win-Bogen an den BSC Rüsselsheim. Beide Vereine wurden für ihre herausragende Jugendarbeit ausgezeichnet. „Hier wissen wir, dass die Sportgeräte sinnvoll eingesetzt werden“, betonte Rinke.
Rätselraten um Ringe und Rekorde
Um die Gäste zusätzlich herauszufordern und zu unterhalten, hatte sich das Team der Geschäftsstelle ein Quiz ausgedacht: Jeder Tisch war aufgerufen, gemeinsam ein Formular mit Fragen rund um den Hessischen Schützenverband zu beantworten. Das Spektrum reichte dabei vom Gründungsjahr des Verbandes bis hin zur genauen Anzahl der Medaillen, die hessische Athleten bei der letzten Deutschen Meisterschaft in München gewonnen hatten. Da mehrere Gruppen punktgleich vorne lagen, musste am Ende eine Stechfrage über den Sieg entscheiden. Die Gewinner durften sich über ein Präsent freuen.
Nach dem offiziellen Teil bot das Buffet den Rahmen für einen intensiven Austausch, bei dem die Gäste das 75-jährige Bestehen des Verbandes bis in den Abend hinein feierten.





