"Sechs Kämpfe - Sechs Ippons"

Man sieht Dimitro Matuzny mit seinem Landestrainer und der Goldmedaille
Dimitro Matuzny (JC Petersberg) auf dem Podium mit Landestrainer Dominik Riedel nach seinem erkämpften 1. Platz Bild: Falk Scherf

Beim European Cup U18 in Berlin überzeugten die hessischen Judoka mit engagierten Leistungen und wichtigen Erfahrungen auf internationaler Bühne. Für das Highlight sorgte Dimitro Matuzny, der mit einer beeindruckenden Serie den Turniersieg holte. Auch darüber hinaus gab es spannende Kämpfe und bemerkenswerte Platzierungen – alle Details im Artikel.

Beim European Cup in Berlin präsentierten sich die hessischen Judoka mit engagierten Leistungen. Neben wertvollen Wettkampferfahrungen ragte insbesondere eine herausragende Goldmedaille hervor.

Für das absolute Highlight des Turniers sorgte Dimitro Matuzny (JC Petersberg). Mit einer beeindruckenden Serie von sechs Kämpfen und sechs Ippon-Siegen dominierte er das Teilnehmerfeld. Besonders auffällig war seine Stärke im Bodenkampf: Seine ersten vier Gegner – aus Kroatien, Italien, Deutschland und Tschechien – besiegte er allesamt mit Armhebeln, was an die besten Zeiten von Neil Adams erinnerte.

Im Halbfinale warf er einen deutschen Gegner aus NRW mit Sode-Tsurikomi-Goshi auf Ippon, bevor er im Finale einen Aserbaidschaner mit O-Uchi-Gari besiegte. Diese herausragende Leistung sicherte ihm die einzige deutsche Goldmedaille für Deutschland!

Tag 1 (Samstag)

Den Auftakt machte Dimitri Lok (JC Wiesbaden). Er hatte es gleich im ersten Kampf mit einem starken Usbeken zu tun und musste sich deutlich geschlagen geben. Auch im zweiten Kampf gegen einen schwedischen Gegner – eine durchaus lösbare Aufgabe – fand er nicht zu seinem Rhythmus und schied vorzeitig aus.

Michelle Steinberg (Kim-Chi Wiesbaden) zeigte hingegen eine starke Leistung. Als jüngster Jahrgang überzeugte sie mit zwei vorzeitigen Siegen am Boden, die sie technisch klug – unter anderem mit einem sehenswerten Ungvari-Dreher im Übergang – herausarbeitete. Im Poolfinale unterlag sie einer starken Aserbaidschanerin. In der Trostrunde verlor sie anschließend gegen eine Österreicherin, nachdem sie etwas überhastet angegriffen hatte und festgehalten wurde.

Aaron Keller (TSG Nordwest) erkämpfte sich einen starken siebten Platz. Nach einem Auftaktsieg gegen einen Türken mit O-Uchi-Gari und einem weiteren sehenswerten Erfolg gegen einen Spanier (Okuri-Ashi-Barai) zog er ins Poolfinale ein, wo er einem Aserbaidschaner unterlag. In der Hoffnungsrunde setzte er sich zunächst in einem zähen Duell gegen seinen Dauerrivalen Mariano Stolakis aus Berlin über Strafen durch. Im anschließenden Kampf gegen einen Niederländer, den er an einem guten Tag hätte schlagen können, fehlte ihm jedoch die nötige Frische, sodass er ausschied.

Den Abschluss des ersten Tages bildete Liana Gupalo (Kim-Chi Wiesbaden). Sie gewann ihren Auftaktkampf gegen eine Britin souverän mit einer Sankaku-Technik am Boden. Im zweiten Kampf gegen eine deutlich größere Französin zeigte sie im Stand eine starke Leistung, geriet jedoch im Bodenkampf unglücklich in einen Armhebel und verlor. Da ihre Gegnerin anschließend ausschied, war auch für Gupalo das Turnier beendet.

Tag 2 (Sonntag)

Am zweiten Wettkampftag überzeugte vor allem Luisa Stock (HTG Bad Homburg) mit einem starken Turnierverlauf. Sie besiegte eine Kirgisin sowie eine Österreicherin jeweils mit O-Soto-Gari und setzte sich zudem gegen eine Israelin durch. Erst im Poolfinale musste sie sich einer Französin geschlagen geben. In der Hoffnungsrunde gewann sie gegen ihre Dauerkonkurrentin Amelie Römer aus Jena im Golden Score mit einer Yuko-Wertung für einen Sode-Ansatz. Im Kampf um eine bessere Platzierung unterlag sie anschließend einer Niederländerin und belegte einen sehr guten siebten Platz – ihre erste Platzierung bei einem European Cup.

Sophia Nebhuth (JC Wiesbaden) verlor ihren Auftaktkampf gegen eine Italienerin über drei Strafen und schied aus, da ihre Gegnerin später nicht das Poolfinale erreichte.

Adam Kurtomerov (JC Wiesbaden) startete gegen einen Aserbaidschaner, geriet früh durch einen Tsurigoshi in Rückstand und konnte diesen trotz guter Ansätze nicht mehr aufholen. Auch er schied aus, da sein Gegner nicht weit genug kam.

Das Turnier in Berlin zeigte ein gemischtes, insgesamt aber positives Bild. Neben einigen frühen Niederlagen konnten mehrere Athleten ihr Potenzial unter Beweis stellen. Besonders hervorzuheben sind die Platzierungen von Aaron Keller und Luisa Stock sowie der überragende Turniersieg von Dimitro Matuzny, der das sportliche Ausrufezeichen des Wochenendes setzte.

Angelina Wolf
Verantwortlich für diesen Inhalt: Hessischer Judo-Verband e.V.


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