Nachwuchstrainer des Jahres 2026 Große Ehre für Georg Keßler

Bild: HJJV

Bild: HJJV

Große Ehre für Georg Keßler: Nachwuchstrainer des Jahres 2026
Es gibt Auszeichnungen, die weit mehr würdigen als sportliche Erfolge. Sie stehen für jahrelangen Einsatz, unzählige Stunden in der Halle und die Fähigkeit, junge Menschen nicht nur als Sportlerinnen und Sportler, sondern auch persönlich wachsen zu lassen.

Eine solche Auszeichnung erhielt nun Georg Keßler: Der Landessportbund Hessen ernannte ihn zum „Nachwuchstrainer des Jahres 2026“. Damit würdigt der LSBH einen Trainer, der den Ju-Jutsu-Nachwuchs beim JC Erbach seit vielen Jahren mit Leidenschaft, Geduld und außergewöhnlichem Engagement prägt.

Die Ehrung fand im Rahmen der Jahrestagung des Fachbeirats Trainer des Landessportbundes Hessen am 09.09.2026 in Frankfurt statt. Rund 100 Trainerinnen und Trainer aus den im LSBH organisierten Sportarten nahmen daran teil. Ausgezeichnet wurden Menschen, die sich in besonderer Weise für den Leistungs- und Nachwuchssport einsetzen - Menschen wie Georg Keßler.

Mehr als Training: Leidenschaft, Vertrauen und Herzblut

Wer Georg Keßler kennt, weiß: Nachwuchsarbeit bedeutet für ihn weit mehr als Trainingspläne, Technik und Wettkampfvorbereitung. Im Mittelpunkt stehen die jungen Menschen, die er über viele Jahre begleitet.

Er erkennt Talente, fördert ihre Stärken und traut ihnen Herausforderungen zu. Vor allem aber ist er auch dann für sie da, wenn Erfolge ausbleiben, Verletzungen den sportlichen Weg unterbrechen oder Enttäuschungen verarbeitet werden müssen. Mit Geduld, Verlässlichkeit und einem feinen Gespür für seine Athletinnen und Athleten hilft er ihnen, wieder an sich selbst zu glauben und den Blick nach vorn zu richten.

Genau darin liegt die besondere Qualität seiner Arbeit. Georg Keßler denkt nicht in kurzfristigen Erfolgen. Sein Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung: Junge Sportlerinnen und Sportler sollen sich Schritt für Schritt entfalten, sportlich wachsen und zugleich Werte wie Disziplin, Selbstvertrauen und Teamgeist entwickeln.

Viele Stunden in der Sporthalle, unzählige Trainingseinheiten, Wettkämpfe und persönliche Gespräche bilden das Fundament dieser Arbeit. Hinzu kommen all die kleinen und großen Momente, in denen junge Menschen über sich hinauswachsen - auf der Matte und darüber hinaus.

Beim JC Erbach engagiert sich Georg Keßler deshalb nicht nur als Trainer. Als Sportwart Ju-Jutsu übernimmt er auch im Vorstand Verantwortung und gestaltet die sportliche Entwicklung des Vereins aktiv mit.

Nachhaltige Nachwuchsarbeit, die Erfolge möglich macht

Wie erfolgreich dieser Ansatz ist, zeigt die sportliche Entwicklung des JC Erbach. Seit vielen Jahren bringt der Verein Athletinnen und Athleten hervor, die zunächst auf nationaler und später auch auf internationaler Ebene überzeugen. Immer wieder gehören Sportlerinnen und Sportler aus Erbach der deutschen Ju-Jutsu-Nationalmannschaft an.

Diese Erfolge sind nicht das Ergebnis einer einzelnen starken Generation. Sie sind Ausdruck einer Nachwuchsarbeit, die über viele Jahre gewachsen ist und junge Talente kontinuierlich auf ihrem Weg begleitet.

Natürlich entsteht eine solche Bilanz niemals durch die Leistung eines Einzelnen. Sie ist das Ergebnis eines funktionierenden Umfelds und der gemeinsamen Arbeit aller Trainerinnen und Trainer, die ihre Zeit, Erfahrung und Leidenschaft einbringen. Georg Keßler ist jedoch seit vielen Jahren eine der prägenden Konstanten dieses erfolgreichen Systems.

Manju Oberle: Ein Weg voller Rückschläge und großer Triumphe

Wie wertvoll diese kontinuierliche Begleitung ist, zeigt eindrucksvoll der sportliche Weg von Manju Oberle. Sie trainiert bereits seit ihrer Jugend bei Georg Keßler. Ihre Geschichte handelt nicht nur von Medaillen und Siegen, sondern ebenso von Rückschlägen, Verletzungen und der Kraft, immer wieder aufzustehen.

Bei der Weltmeisterschaft 2024 schied Manju in der Vorrunde aus und belegte am Ende den siebten Platz. Bei der Europameisterschaft im Oktober 2025 in Belgien folgte die nächste Enttäuschung: Aufgrund einer Verletzung musste sie das Turnier bereits während der Vorrunde abbrechen.

Gerade in solchen Momenten zeigt sich, was einen besonderen Trainer ausmacht. Neben ihrer Familie war und ist Georg Keßler einer der Menschen, die Manju nach Niederlagen, Verletzungen und Enttäuschungen auffangen. Im heimischen Training arbeitete er mit ihr weiter, gab ihr Rückhalt und half ihr dabei, den Blick wieder auf die kommenden Ziele zu richten.

Nur kurze Zeit später zahlte sich diese Beharrlichkeit auf beeindruckende Weise aus. Bei der Weltmeisterschaft im November 2025 in Thailand kämpfte sich Manju in einem großen und hochklassig besetzten Teilnehmerfeld der Gewichtsklasse Female -63 kg bis ins Finale. Sämtliche Kämpfe auf dem Weg dorthin gewann sie vorzeitig durch Technisches K.o. Erst im Endkampf musste sie sich knapp nach Punkten geschlagen geben - und wurde Vizeweltmeisterin.

Doch ihre Entwicklung war damit noch nicht abgeschlossen. Bei der Europameisterschaft im März 2026 in Griechenland erreichte sie erneut das Finale. Dieses Mal ließ sie keinen Zweifel am Ausgang: Noch vor Ablauf der regulären Kampfzeit entschied sie den Kampf durch Technisches K.o. für sich und krönte sich zur Europameisterin.

Vom siebten Platz bei der Weltmeisterschaft 2024 über den verletzungsbedingten Abbruch bei der Europameisterschaft 2025 bis hin zu WM-Silber und EM-Gold: Dieser Weg zeigt, was entstehen kann, wenn Talent, Ausdauer und eine vertrauensvolle Begleitung zusammenkommen.

Manju Oberle ist dabei keineswegs der einzige Beleg für die erfolgreiche Erbacher Nachwuchsarbeit. Sie ist vielmehr die derzeit besonders sichtbare Spitze des Eisbergs. Über viele Jahre hinweg haben zahlreiche Athletinnen und Athleten des JC Erbach den Sprung in den nationalen und internationalen Leistungssport geschafft und ihren Verein bis hin zu Europa- und Weltmeisterschaften vertreten.

Eine Auszeichnung für viele Jahre gelebte Nachwuchsförderung

Georg Keßler steht für all das, was einen herausragenden Nachwuchstrainer auszeichnet: langfristige Entwicklung statt kurzfristiger Erfolge, Verlässlichkeit auch in schwierigen Zeiten und die Fähigkeit, jungen Menschen Mut und Vertrauen zu schenken.

Sein Engagement reicht weit über einzelne Wettkampfergebnisse hinaus. Er erkennt Potenziale, entwickelt Talente und schafft gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen des JC Erbach Strukturen, in denen immer wieder neue Generationen erfolgreicher Sportlerinnen und Sportler heranwachsen können.

Der Titel „Nachwuchstrainer des Jahres 2026“ ist deshalb eine mehr als verdiente Anerkennung für viele Jahre voller Leidenschaft, Verantwortung und Herzblut - und für einen Menschen, der den Nachwuchs nicht nur trainiert, sondern auf seinem Weg begleitet.

Da Georg Keßler bei der offiziellen Ehrung nicht persönlich anwesend sein konnte, nahmen Martina Leukert, Vizepräsidentin Leistungssport, und Andreas Helzel, Vizepräsident Breitensport, den Preis stellvertretend für ihn entgegen.

Die Freude über diese besondere Würdigung dürfte beim JC Erbach dennoch weit über den Moment der Preisübergabe hinausreichen.

Wir sind stolz, dich in unseren HJJV- Reihen zu haben, und gratulieren dir von Herzen zu dieser großartigen Auszeichnung!

Herzlichen Glückwunsch, Georg, zu dieser besonderen und hochverdienten Auszeichnung!

Bericht: Martina Leukert

HJJV
Verantwortlich für diesen Inhalt: Hessischer Ju-Jutsu Verband e.V.


X