Diskussion zum Thema Sport und Ehrenamt Überbordende Bürokratie wird kritisiert

Fraktionsvertreter diskutieren zum Thema Sport und Ehrenamt    Bild: Andreas-Michael Elsner
Fraktionsvertreter diskutieren zum Thema Sport und Ehrenamt Bild: Andreas-Michael Elsner

Der Sportkreis Wiesbaden hat Vertreter der Rathaus-Fraktionen eingeladen, um über die Lage der Sportvereine zu diskutieren. Besonders der immer weiter zunehmende Bürokratieaufwand für die Ehrenamtlichen war ein großes Thema

Vor dem Hintergrund der anstehenden Kommunalwahlen hat der Sportkreis Wiesbaden unter dem Vorsitz von Dieter Elsenbast Vertreter der aktuellen Fraktionen eingeladen, damit sie ihre Standpunkte zum Thema Sport und Ehrenamt in der Landeshauptstadt vorstellen konnten. Dabei kristallisierte sich schnell heraus: Die immer gravierender werdende Bürokratie muss unbedingt abgebaut werden, um die ehrenamtlich Tätigen nicht noch mehr zu vergraulen. Genau so deutlich wurde, dass beim Thema Sportvereine die Fraktionen meist an einem Strang ziehen, wie nicht nur Michael David (SPD) und Peer-Sebastian Tiebing (Pro Auto) anmerkten. 
Rainer Pfeifer (CDU) ist es wichtig, dass der in Wiesbaden geltende Nulltarif der städtischen Anlagen erhalten bleiben muss; Ingo von Seemen (Linke) stimmte dem zu, auch wenn er zu bedenken gab, dass die Kommunalfinanzen nicht aus dem Blick gelassen werden dürften.
Einig war man sich auch, dass der Sport die Menschen verbinde, nicht nur in den Vereinen, sondern auch bereits in den Schulen, wie es Alexander Winkelmann (FDP) und Hendrik Seipel-Rotter (Grüne) formulierten. Sie unterstrichen die Bedeutung der Sportvereine für Inklusion und Integration zur Festigung der Demokratie.
Konkret wurden für die künftigen Maßnahmen die geplante Sanierung des Helmut-Schön-Sportparks mit einer neuen Tartanbahn, das neue Hallenbad in Kostheim und die Schaffung von Bewegungsräumen für Menschen, die nicht in Vereine gehen können, genannt. Auch die Anhebung der Zuschüsse für vereinseigene Anlagen wurden erwähnt.
Den Mitarbeitern im Sportamt bescheinigte Winkelmann, dass sie einen sehr guten Job machen.
Der Sportkreis-Vorsitzende Elsenbast hakte zum Thema Ehrenamt nach und berichtete von unbeschreiblicher Bürokratie und nannte dafür konkrete Beispiele. Zu diesem Thema merkte Ralf Offermanns (AfD) an, dass es grundsätzlich schwierig geworden sei, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Finanzielle Anreize zu schaffen, dürfte schwierig werden. Nach Beobachtungen von Peer-Sebastian Tiebing habe man den Eindruck, man beschäftige sich fast nur noch mit Bürokratie. Für Daniel Weber (Volt) ist es wichtig, das Nachwuchsproblem im Ehrenamt zu lösen. Alle Vertreter waren sich einig, dass das Ehrenamt stärker gewürdigt werden müsse.
Von den Zuhörern kam der Hinweis, dass Vandalismus auf Sportanlagen zu einem großen Problem geworden sei. Hier sei mehr Kontrolle gefordert. Vorsitzender Elsenbast regte an, zu prüfen, ob die Sportanlagen nach Trainingsende geschlossen werden könnten. Dazu zeigten sich die Politikvertreter uneins. Ein Abschließen werde das Problem nicht lösen, lautete der überwiegende Tenor. Eine gute Erreichbarkeit der Sportstätten war auch den Zuhörern ein wichtiges Anliegen.

Andreas-Michael Elsner
Verantwortlich für diesen Inhalt: Sportkreis Wiesbaden


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