Landesprogramm "Sport integriert Hessen" Sport verbindet - Regionaltreffen im MTK

Bild: Kathrin Zimmermann
Bild: Kathrin Zimmermann

Zum alljährlichen Regionaltreffen des Landesprogramms „Sport integriert Hessen“ trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Kreis und Sport in der Kreissporthalle. Das Programm, das 2016 unter dem Titel „Sport und Flüchtlinge“ gestartet ist, blickt mittlerweile auf zehn erfolgreiche Jahre zurück. Der Main-Taunus-Kreis ist seit Beginn des Programms aktiv dabei: 2016 beteiligten sich die Kommunen Kelkheim, Bad Soden, Hattersheim, Flörsheim, Hofheim und Sulzbach. Im Jahr 2025 haben 10 von 12 MTK-Kommunen an den Fördermaßnahmen teilgenommen. Die Anmeldephase für die Fördermittel 2026 läuft aktuell noch bis zum 30. April.

Programm wird kontinuierlich weiterentwickelt

Kathrin Zimmermann, Leiterin der Servicestelle Sport und Integrationskoordinatorin des Sportkreises, betonte, dass sich das Programm über die Jahre stetig weiterentwickelt habe. Heute richte es sich nicht nur an Geflüchtete, sondern auch an Menschen mit Migrationshintergrund und sozial benachteiligte Menschen. Neue Fördermöglichkeiten, etwa für Tandem Sport Coaches mit Migrationshintergrund oder Tandem-Ausbildungen, stärken nicht nur die Integration in den Sport, sondern fördern zugleich das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen.

Hans Böhl, Vorsitzender des Sportkreises, erinnerte in seinen Begrüßungsworten an den besonderen Start des Programms 2016. „Ich freue mich, dass das Programm seit so vielen Jahren erfolgreich läuft. Der seit 2022 geltende Titel ‚Sport integriert Hessen‘ spiegelt die Integrationsleistung des Sports wider: Beim Sport zählt die Herkunft nicht, man versteht sich auch ohne perfekte Sprachkenntnisse.“

Integration durch Sport als Schlüssel zur Teilhabe

Erste Kreisbeigeordnete Madlen Overdick erinnerte sich an den Programmstart: „Als das Programm angekündigt wurde, war das eine großartige Perspektive für Menschen auf der Flucht. Sport zu treiben hilft, die Fluchterfahrung zumindest für den Moment zu vergessen, gibt Menschen Wertigkeit und reicht ihnen symbolisch die Hand.“

Dank eines neuen EU-Programms konnten in sechs Kommunen des Main-Taunus-Kreises hauptamtliche Integrationsguides eingestellt werden. Diese übernehmen zentrale Aufgaben wie die Vernetzung von Verwaltung, Ehrenamt, Vereinen und Institutionen, die Unterstützung bei der Weiterentwicklung kommunaler Integrationsangebote sowie die Beratung von Drittstaatsangehörigen. Ziel ist die nachhaltige Förderung von Teilhabe und die bessere Abstimmung der kommunalen Integrationsarbeit.

Madlen Overdick betonte, dass die Integrationsarbeit weiterhin durch die Ausbildung von ehrenamtlichen Integrationslotsen und Laiendolmetschern unterstützt wird.

Ein deutschlandweit einzigartiges Programm

Volker Rehm von der Sportjugend Hessen lobte das Engagement von Kathrin Zimmermann und Hans Böhl. Er betonte, dass das Landesprogramm in Deutschland einmalig sei und bereits 2018 mit dem #BeInclusive Sport Award der EU ausgezeichnet wurde. „Durch die Weiterentwicklung zu ‚Sport integriert Hessen‘ ist das Programm heute sozialraumorientiert und kein reines Geflüchtetenprogramm mehr. Es geht um Gemeinschaft, Wohlfühlen und Teilhabe – Schwache werden nicht gegeneinander ausgespielt.“

Er unterstrich, dass das Programm kontinuierlich weiterentwickelt wird, um weiteren Menschen, wie beispielsweise angeworbene Fachkräfte, den Einstieg in Sportvereine zu erleichtern und nachhaltige Integrationsstrukturen zu sichern.

Volker Rehm wies darauf hin, dass die aktuelle Förderrichtlinie noch nicht freigegeben ist und das Online-Portal zur Anmeldung daher derzeit noch nicht geöffnet ist. Sollte die Zeit bis zum 30. April knapp werden, ist eine Verlängerung der Anmeldefrist vorgesehen.

Kathrin Zimmermann
Verantwortlich für diesen Inhalt: Sportkreis Main-Taunus


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