Förderung für nicht-olympische Sportarten Erste Förderung bringt direkt Erfolge

In der Präambel zur „Förderung nicht-olympischer Spitzensport 2020“ beschreibt der DOSB den nicht-olympischen Spitzensport als „integralen und unverzichtbaren Bestandteil der Vielfalt im deutschen Leistungssport“.  

Die World Games als einzige globale Multisportveranstaltung neben den olympischen Spielen bieten auch Sportlern dieser nicht-olympischen Disziplinen eine bedeutende Bühne für ihre sportlichen Leistungen. Durch eine intensivere Berichterstattung in Presse, Funk und Fernsehen seit Einführung 1981 gewann dieser bis dato wenig in der öffentlichen Wahrnehmung präsente Spitzensport bzw. deren Sportler bis heute eine deutlich steigende Bedeutung; aktuell hat der nicht-olympische Spitzensport über zwei Millionen Mitglieder. Für die Athleten bringt das tägliche Leben als Spitzensportler (Training, Ernährung, medizinische Betreuung ….) erhebliche Kosten mit sich. Insbesondere gilt das während der Vorbereitung auf ein solches Großereignis und natürlich auch für ihre gesamte Karrieresicherung/Lebensplanung. 

Die Förderung nicht-olympischer Athleten in Deutschland erfolgt hauptsächlich durch die Deutsche Sporthilfe, die gezielt Top-Sportler aus nicht-olympischen Disziplinen der wechselnden World Games Sportarten unterstützt, z.B. durch Patenschaften und spezifische Programme wie die Team-Pate-Kampagne. Das Bundesinnenministerium fördert die dazugehörigen nationalen Bundessportfachverbände (NOV).  

Gemäß der Agenda 2020 werden nicht-olympische Sportarten auf Vorschlag der gastgebenden Stadt oder Region der World Games durch das IOC temporär für einen olympischen Zyklus in das olympische Programm aufgenommen. Damit regelt sie sowohl den Wechsel von Sportarten/Disziplinen vom nichtolympischen zum olympischen Spitzensport und wieder zurück, als auch die Systematik der finanziellen Förderung der Athleten. Lediglich die temporär in das olympische Programm aufgenommenen nicht-olympischen Sportarten sind in dieser Zeit förderungswürdig. Zusätzlich bestehen zwei unterschiedliche Organisationsformen der nicht-olympische Sportarten: Solche, die in eigenen Verbänden organisiert sind und welche, die in anerkannten olympischen Sportverbänden des lsb h/DOSB organisiert sind. 

Ein wichtiges Fazit daraus, es gibt zahlreiche Spitzensport-Athleten, die ihre Teilnahmen an internationalen Meisterschaften über eigene finanzielle Mittel und/oder Spenden und Sponsorengelder finanzieren müssen. 

Das hat der Sportkreis Groß-Gerau zum Anlass genommen, über eine mögliche finanzielle Unterstützung gerade dieser Spitzensportler nachzudenken. Ein Gremium aus fünf Vorstandsmitgliedern des Sportkreises Groß-Gerau hat dazu eine Förderrichtlinie erarbeitet, die vom Gesamtvorstand einstimmig beschlossen wurde und die ab dem 2. Halbjahr 2026 in Kraft ist.  

Die „Förderrichtlinie – Nicht Olympische Sportarten“ des Sportkreises Groß-Gerau regelt die Förderung von Sportlern, die für einen Verein des Sportkreises Groß-Gerau e.V. in nicht-olympischen Sportarten an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Die Organisationsform in Verbänden spielt dabei keine Rolle. Eine Förderwürdigkeit ist unter den folgenden Voraussetzungen gegeben: 

• Eine Startberechtigung eines Sportlers / einer Sportlerin für einen Verein des Sportkreises Groß-Gerau e.V. in einer nicht-olympischen Sportart, bei einer Europameisterschaft und/oder Weltmeisterschaft oder bei World Games. 

• Die Einstufung der „nicht-olympischen Sportarten“ in dieser Richtlinie basiert ausschließlich auf der Aufstellung des DOSB der „nicht-olympischen Sportarten im Spitzensport“. Hier nicht genannte Sportarten/Disziplinen werden explizit von der Förderung ausgeschlossen. 

• Förderwürdig sind auch nicht-olympische Sportarten, die in anerkannten olympischen Sportverbänden des lsb h/DOSB organisiert sind. 

Für diese Förderung stellt der Sportkreis Groß-Gerau e.V. maximal 5000,00 € pro Jahr zur Verfügung. Diese Summe kann per Vorstandsbeschluss jährlich abhängig vom Budget des Sportkreises neu angepasst werden. Die Förderung erfolgt in zwei Tranchen pro Jahr, jeweils im Februar und im Juli. Die Antragstellung für die erste Tranche endet am 31.01., die zweite Tranche am 30.06. eines Jahres. Förderfähige Kosten sind ausschließlich Reisekosten inkl. Übernachtungskosten mit einer Förderobergrenze von maximal 20 Prozent der Kosten oder mit einem maximalen Betrag von 500 €. Von der Förderung ausgenommen sind u.a. Sportbekleidung, Sponsoring, Verpflegung…. 

Die vorstehende Beschreibung stellt nur einen kurzen Auszug aus der sportkreiseigenen Förderrichtlinie dar. Die vollständige Version kann auf der Homepage des Sportkreises.

Die ersten Anträge sind bereits bei uns eingegangen und die erste Bewilligung in Höhe von 500,00€ ging an die Rope Skipper „Funky Frogs“ der TV Crumstadt für ihre Teilnahme an den Europameisterschaften in Oslo. Besondere Freude bereitet uns, dass die Athleten aus unserem Sportkreis, denen wir die erste finanzielle Unterstützung bewilligt haben, bei den Europameisterschaften sehr erfolgreich waren. 

Nachstehend möchten wir die Erfolge der Sportlerinnen und Sportler bei den Europameisterschaften in dieser nicht-olympischen Sportart kurz vorstellen und würdigen. 

Vom 11. bis 15. August 2026 wurde in Oslo die Europameisterschaft im Rope Skipping ausgetragen. Die besten Skipper*innen Europas kämpften um die begehrten Europameistertitel, darunter auch ein Team mit sieben Sportlerinnen und Sportlern des TV Crumstadt, einem Ortsteil der Stadt Riedstadt, die von ihrer Trainerin Julia Rhodemann auch vor Ort betreut wurden. 

Bei den Seniors (16+) erreichten Phillip Sporleder, Florian Gehre, Robin Krauß, Moritz Kumpf, Jonas Bausch mit starken Leistungen und teilweise fehlerfreien Performances, in 11 von insgesamt 13 gesprungenen Disziplinen (sowohl Einzel- als auch Teamdisziplinen) die Finals. Allein das war bereits ein riesiger Erfolg. 

In der Junioren-EM (12-15 Jahre) sprangen Bella Fernandez, Ellie Müller, Luisa Uhl und Phillip Sporleder ihren ersten Double Dutch Pair Freestyle in dieser personellen Besetzung. Für die drei Mädchen war es zugleich der erste internationale Wettkampf. Sie wurden mit einem guten 8. Platz als bestes deutsches Team belohnt. 

In den Finals setzten sich die Teilnehmer aus Crumstadt gegen sehr stark besetzte Teilnehmerfelder erfolgreich durch und errangen mehrere Gold-und Silbermedaillen:  

Disziplin Wheelpairfreestyle (WHPF) (1. Finaltag) 

Titelverteidigung und Goldmedaille für Robin Krauß und Moritz Kumpf,  

Vizeeuropameisterschaft für Florian Gehre und Phillip Sporleder  

Disziplin Double Dutch Single Freestyle (DDSF) (1.Finaltag) 

Europameisterschaft für Robin Krauß, Moritz Kumpf und Jonas Bausch  

Disziplin Double Dutch Pair Freestyle (DDPF) (1.Finaltag) 

Vizeeuropameisterschaft für Robin Krauß, Florian Gehre, Moritz Kumpf und Jonas Bausch 

Disziplin Single Rope Pair Freestyle (SRPF) (2. Finaltag) 

Europameisterschaft für Robin Krauß und Moritz Kumpf  

Disziplin Individual Freestyle (2. Finaltag) 

Vizeeuropameisterschaft für Robin Krauß  

European Open Tournament.  

Phillip Sporleder startete in allen drei Einzeldisziplinen und wurde zweimal Europameister und einmal Vizeeuropameister,  

Der Sportkreis und sein Vorstand gratulieren allen Sportlerinnen und Sportlern zu ihren herausragenden Erfolgen!!! 

Wir freuen uns besonders darüber, dass wir mit der ersten Bewilligung unseres neuen Förderprogramms so erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler finanziell etwas unterstützen konnten und hoffen auch zukünftig weitere Athleten bei internationalen Spitzensportveranstaltungen in nicht-olympischen Disziplinen gemäß unserer Richtlinie eine kleine Finanzspritze geben zu können.

Renate Fassoth
Verantwortlich für diesen Inhalt: Sportkreis Groß-Gerau


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