Landesausschuss Gleichstellung im Sport Frauen prägen den Sport

Engagieren sich für mehr Gleichstellung im organisierten Sport (von links): Claire Bargel, Sally Kulemann, Meike Henning, Brigitte Senftleben, Roland Frischkorn, Dagmar Schmitt-Merkl und Gundi Friedrich.
    Bild: lsb h

Engagieren sich für mehr Gleichstellung im organisierten Sport (von links): Claire Bargel, Sally Kulemann, Meike Henning, Brigitte Senftleben, Roland Frischkorn, Dagmar Schmitt-Merkl und Gundi Friedrich.

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Im Rahmen seiner Klausurtagung hat der Landesausschuss Gleichstellung im Sport (LA-GiS) des Landessportbundes Hessen (lsb h) die strategischen Schwerpunkte für das Jahr 2026 sowie erste Eckpunkte für eine langfristige Perspektive bis 2030 erarbeitet. Ziel ist es, das Themenfeld Frauen und Gleichstellung im Sport strukturell zu stärken und sichtbarer zu machen.

Bis Ende Juni soll ein Gleichstellungsbericht entstehen. Als langfristiges Ziel hat sich der Landesauschuss die Entwicklung eines Förderprogramms gesetzt.
„Frauen sind aus dem Sport nicht wegzudenken – als Athletinnen, Trainerinnen, Schiedsrichterinnen, Ehrenamtliche und Führungskräfte. Sie prägen den Sport mit Kompetenz, Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein“, sagt lsb h-Präsidentin Juliane Kuhlmann und ergänzt: „Dennoch ist echte Gleichstellung noch kein Selbstläufer. Sie braucht klare Haltung, strukturelle Veränderungen und vor allem Menschen, die sich gemeinsam auf den Weg machen.“ Der lsb h betrachtet Gleichstellung nicht als Randthema, sondern als zentrale Zukunftsaufgabe, wie Kuhlmann anmerkt: „Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärken unsere Vereine und Verbände und damit den gesamten organisierten Sport.“
In ihrem Rückblick hob die Ausschussvorsitzende Brigitte Senftleben zahlreiche Aktivitäten der vergangenen Jahre hervor. Besonders bedeutsam sei die Wahl von Juliane Kuhlmann zur ersten Präsidentin des Landessportbundes gewesen. „Das war ein wichtiges Signal für die Gleichstellung im organisierten Sport“, blickt Senftleben auf den Sportbundtag vor knapp vier Jahren zurück. Seit Oktober 2022 organisierte der LA-GiS u. a. Vollversammlungen in Kelkheim (2022) und Grünberg (2023), initiierte ein Mentoring-Programm (2022/23) und begleitete verschiedene Gremien- und Veranstaltungsformate. 2025 fand die Vollversammlung unter dem Titel „Demokratie im Sport mit Fokus auf Geschlecht“ in Kooperation mit der Sportjugend Hessen statt.
Die Geschäftsführung des LA-GiS wurde im September 2024 in den Geschäftsbereich Sportentwicklung überführt und inhaltlich neu ausgerichtet. Ein niederschwelliges Bildungsurlaubsformat mit dem Titel „Empowerment für Frauen in der ehrenamtlichen Vorstandsarbeit“ löste das bisherige Mentoring-Programm ab. „Außerdem haben wir uns kritisch damit auseinandergesetzt, dass Frauen im Anschluss an Förderprogramme bislang zu selten nachhaltig in Vereins- und Sportkreisstrukturen ankommen“, erläutert Senftleben. Der Ausschuss regte deshalb an, ein gezieltes Förderprogramm für potenzielle weibliche Führungskräfte zu entwickeln. Ein zentraler Beschluss der Klausurtagung ist die Erstellung eines Gleichstellungsberichts für Hessen, der bis zum 30. Juni vorliegen und mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden soll. Auf Grundlage des Berichts sollen bis Herbst diesen Jahres erste Maßnahmen abgeleitet werden, die als Basis für die Entwicklung eines Förderprogramms bis zum Jahr 2030 dienen.

Neues Dialogforum erstmals am 27. November

Statt der bisherigen Frauenvollversammlung wird es künftig das Format „Dialogforum Frauen und Gleichstellung – Gemeinsam stark im Sport“ geben. Erstmals findet es am 27. November in der Sportschule in Frankfurt statt. „Mit dem neuen Format soll der Austausch noch stärker gefördert und die gemeinsame Verantwortung für Gleichstellung im Sport sichtbar gemacht werden“, so Senftleben. Neben dem Gleichstellungsbericht und Dialogforum will der Ausschuss in diesem Jahr weitere Themen in den Blick nehmen – etwa die Erstellung eines Maßnahmenplans für die Jahre 2026 und 2027.
Darüber hinaus hat sich der Ausschuss zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeitsarbeit nachhaltig zu stärken – beispielsweise durch Aktionstage oder indem Vorbilder öffentlichkeitswirksam präsentiert werden. Ebenso sollen Impulse aus der Strategie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) aufgegriffen werden, etwa ein erleichterter Zugang zu Qualifizierungsmaßnahmen sowie Kampagnen zur stärkeren Sichtbarkeit weiblicher Führungspersönlichkeiten.
 

Daniel Seehuber

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